
[Mehr Bilder der Akademie der Künste]
Einen Monat vor der offiziellen Eröffnung des Neubaus am 21. Mai 2005, zeigt die Akademie der Künste in Berlin die Ausstellung Prolog. Die Ausstellung ist vom 3.4. bis zum 8.5.2005 geöffnet. Öffnungszeiten: Dienstag-Sonntag, 14-19 Uhr, der Eintritt ist frei.
Damit wird der Neubau der Akademie der Künste ab dem 3. April erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Die Architekten Günter Behnisch und Werner Durth erhielten 1994 den Auftrag für den Neubau.
Der Bau ist am Pariser Platz der einzige, der nicht den historisierenden, blödsinnigen Bauvorschriften („Gestaltungssatzung“) des Bausenators Wolfgang Nagel aus dem Jahr 1993 (die u.a. steinerne Lochfassaden vorschrieb) entspricht und begnügt sich mit Andeutungen der geforderten Gestaltungsrichtlinien. Behnisch musste jahrelang mit dem Berliner Senat kämpfen um seinen Entwurf durchzusetzen. Dieser Kampf, den er u.a. mit Hilfe prominenter Unterstützer gewann verzögerten den Baubeginn bis ins Jahr 2000. Das Projekt drohte mehrfach wegen massiven Pfuschs, Geldmangels und Kompetenzgerangels das aus.
Das Berliner Stadmagazin Zitty schreibt zum Neubau:
[Durth und Behnisch] machen daraus ein Bekenntnis zur Glasarchitektur ähnlich wie bei Behnischs Bundestag in Bonn — die neue Akademie ist im Grunde gebaute Ideologie. […] Offenheit und Transparenz sind dem Haus als Doktrin eingeschrieben. So lässt sich die Raumhohe Fensterfront des Plenarsaals komplett zum Pariser Platz öffnen — die Akademie kann sich als Teil dieser Agora der Bundesrepublik präsentieren. Zudem ist der Bau als Passage konzipiert. Man kommt in wenigen Schritten quer durch das Haus vom Pariser Platz zur Behrensstraße vis á vis des Holocaust-Mahnmals. Auch diese Passage steht für Durchlässigkeit als geistige Disposition der Akademie.
Auch die Bibliothek mit Blick auf das Brandenburger Tor ist öffentlich zugänglich.
Wer sich für die Akademie interessiert, dem sei der Film „Berlin Babylon“ empfohlen, der die Zeit des Berliner Baubooms dokumentiert und dessen stärksten Momente die sind, in denen die Architekten Durth (Interview mit Durth auf der Filmwebsite) und Behnisch im Rohbau der Akademie umherlaufen und rumphilosophieren — und soweit ich mich erinnern kann, über Kollegen und die Berliner Bauvorschriften lästern.
Weiterführende Links:
* Wikipedia Eintrag zur Akademie der Künste
* Die Geschichte des Hauses Pariser Platz 4 – Teil II
* Informationen zur Akademie auf behnisch.de
* baunetz.de über den Neubau
* KStA/dpa über die „Übergabe“ der Akademie