Faust aufs Auge I
Bei manchen Bauten fragt man sich, wie die es geschafft haben, gebaut zu werden. So ein Klotz steht in einem Kölner Stadtteil. Zunächst einmal ist der Bauherr verliebt in Krüppelwalmdächer, alle seine Bauten in der Gegend haben eines, so auch dieses. Mal abgesehen von der “hohen Stirn”, die gestalterisch ein Nono ist und den Bewohnern schräge Dachfenster statt gerader Giebelfenster aufnötigt: Das Krüppelwalmdach ist ursprünglich dazu gedacht gewesen, große Windlasten abzufangen und umzuleiten, aber in der Kölner Bucht wirkt es einfach unpassend. Genauso wie die Gitterstäbe in den Fensterscheiben, die so etwas wie Landhausstil andeuten sollen. Bei denkmalgeschützten Altbauten aus einer Zeit, da die mögliche Glasgröße keine vollen Flächen erlaubte, finde ich das ok. Hier macht das die Wohnung zum Gefängnis.

Was die Hütte aber unbewohnbar macht ist, dass der Eingang hinten liegt und die Wohnräume mit Terasse vorne an der Straße. Der Bauherr hat rechts und links eine aufwändige Doppelstockgarage installiert, und trotzdem stehen die BMW Kombis und Audis rundherum und sogar zwischen den Terassen. Einziger Trost: ein Pflanzstreifen rund herum, in dem irgendwann eine Hecke wie eine Mauer wächst.
17. September 2005 um 11:24
Och wenns mehr nicht ist. Geschmack ist ja bekanntlich Glückssache. Schon mal ein quietschgelbes Haus mit dunkelroten Fensterrahmen und blauen Fenstern gesehen? Sieht ein wenig aus, als hätte man die Bauteile für das Haus bei Rudis-Resterampe eingekauft. Normalerweise bin ich ja nicht für Gruppenzwang. Da dieses quietschgelbe Haus aber das einzige gelbe Haus unter hunderten weißen Häusern ist (altes, gewachsenes Stadtviertel), dürfte die Beschreibung “Wir wohnen in dem gelben Haus” ausnahmsweise als Wegbeschreibung ausreichen.
Was dieses Haus absolut unbewohnbar macht, ist die Tatsache das es ohne Unterkellerung auf einer 45 Grad Hanglage steht. Die Wetten laufen wann es nicht mehr oben, sondern unten im Vorgarten steht.