ein jahr stelen

das holocaust-denkmal von peter eisenman wird ein jahr alt. alle zeitungen ziehen bilanz, überall stellen sich die autoren „darf man das“-fragen. der tagesspiegel fragt eisenman direkt: „Aber der Holocaust …“

Trägt das Mahnmal zum Abbau von Antisemitismus bei? Nein. Wird jemand, der da durchläuft, ein besserer Mensch? Nein. Ich glaube auch nicht, dass es darum ging. Das Stelenfeld versucht lediglich, die Vergangenheit zu einem Bestandteil der Gegenwart zu machen.

morgen berichtet der tagesspiegel über einen bekehrten martin walser, der noch mitte der 90er jahre einen „fußballfeldgroßen Alptraum im Herzen der Hauptstdt“ heraufziehen sah:

Ich war jetzt dort, und ich muss sagen, die Berliner haben wirklich Glück gehabt, das ist ein richtiges Kunstwerk. Das ist so beeindruckend, dass jeder da mit sich selber zu tun haben kann. Eisenman ist ein Genie, der hat das hingekriegt. Die Gefahr, dass da etwas Monströses stünde, ist vermieden.

auch eberhard diepgen gesteht, dass er sich geirrt habe.

auch die zerstörungswut hielt sich in grenzen: fünf hakenkreuze, vier davidsterne und ein graffito wurden im ersten jahr des holocaust-denkmals entfernt.

Ein Kommentar to “ein jahr stelen”

  1. Jürgen schrieb:

    Wer diesen häßlichen Schwachsinn genehmigt hat, müßte eigentlich ………. werden!