was ist gute architektur?

Mittwoch, 22. November 2006

eine frage die sich mir so gar nicht stellt, aber aedes west heute abend mit hilfe von kristin feireiss, michael schindhelm, konrad wohlhage und jürgen tietz beantworten will. bevor ich in die aedes-architektur-galerie ging habe ich schonmal mein feierabendbier in einem restaurant daneben zu mir genommen. auch hier eine kleine podiumsdiskussion, allerdings zum thema was ist eine attraktive weibliche bedienung? die antwort auf eine gar nicht gestellte frage gab ein herr am nebentisch seinem smalltalk-partner: „war nett, das mäuschen, ne? hö, hö.”

ich hoffe die diskussion nebenan wird gleich etwas gehaltvoller.

19:40-20:04: erstaunlich voll die veranstaltung. ersatzstühle müssen herbeigeschaft werden. gegen viertel vor acht erklärt kristin feireiss, dass es einvon jürgen tietz herausgegebenes buch gibt mit dem titel „was ist gute architektur”. aha. tietz werde auch die veranstaltung moderieren. tietz ergänzt, er habe auch keine ahnung was gute architektur sei, deshalb habe er andere leute gefragt was sie dafür hielten. er habe architekten, kritiiker aber auch die „opfer”, die nutzer moderner architektur gefragt. es gab für die 21 beiträge ein paar spielregeln: es solle um nur ein gebäude aus dem 20ten jahrhundert gehen, es dürfe sich nicht um ein eigenes gebäude handeln und der beitrag dürfe nicht länger als zwei seiten sein. und überraschung, aus dem buch von tietz werde heute abend, ungewöhnlich für architekten wie es hiess, vorgelesen werden.

offenbar ist die schrift des buches so klein gewählt, dass 3 der vier vorlesenden sich die passagen die sie vorlesen wollten gross kopierten. die drei texte die bis jetzt vorgelesen wurden sind unfassbar langweilig. pathetisches geschwurbel, deren autoren man nicht erkennt weil ihre namen nicht verlesen wurden. vermutlich haben sie jeweils ihre eigenen texte vorgelesen.

ich weiss nicht, gerade frage ich mich ob man über architektur wirklich schreiben oder reden sollte oder sie in eine galerie stecken. das ist doch ziemlich langweilig. es gibt durchaus gute architektur vorträge, aber die die ich bisher sah waren euphorisch vorgetragen und mit mindestens 60 dias pro minute illustriert. gerade fällt der satz: „dieser raum ist gefrorene musik.” keine ahnung wer das schrieb, vorgelesen hat es konrad wohlhage, es geht um die philharmonie von scharoun in berlin. ich glaube mir wird schlecht und fürchte wohlhage hat es selbst geschrieben.

20:10-20:30: die vorleserei hat ein ende, tietz bitet um eine rege diskussion und fragt nach kriterien für gute architektur. wohlhage wiederholt ungefähr 20 mal, dass es toll und wichtig sei, wenn architektur emotionalisieren kann. er spricht von emphatischen plätzen. nicht empathischen, sondern mit „pff” nach dem „m”. er versuche mit seiner architektur „zu emotionalisieren”. vor architektur könne man sich nicht schützen. er redet von archetypen, vom emotionalisieren. wir können uns nicht distanzieren vor architektur, vor räumen. aha. frau feireiss wurde von schindhelms text emotional berührt. sie fände es toll wennn mehr schriftsteller über architektur schreiben würden. finde ich auch.

michael schindhelm ist der erste den ich verstehe, der nicht nur schwadroniert sondern etwas sagt. da er sehr viel sagt ist es nicht ganz einfach das wiederzugeben. er spricht von der rückgewinnung des öffentlichen raumes, vom terror des intimen, von der gestaltenden kraft der architektur, von mehrwert. er redet von menschen, nicht von nutzern, spricht davon dass menschen die leeren hüllen der architektur erst zu räumen machen. er outet sich als freund von herzog de meuron. er meint als architekturkritiker sei er nicht geeignet, er wolle nicht über schlechte architektur reden, nur feiern und verehren und meint er könne ein ganzes buch mit architektur von herzog de meuron füllen.

feireiss meint es werde nciht genug gute architektur gezeigt, es werde nicht genug über gute architektur gesprochen. diese anregung nimmt wohlhage als vorlage und fragt schindhelm nach theaterräumen, nach bühnenbildern und dass man dort ja nur wenige bestimmte aspekte der welt herausgreifen könne. schindhelm meint sowohl im bühnenbild als auch in der moderenen architektur werden immer mehr bestimmte aspekte herausgegriffen und herausgearbeitet. aha. ich lerne, räume kann man entdecken und finde man sollte vielleicht wirkklich weniger über architektur reden. ich empfinde schmerzhafte langeweile udn werde jetzt erstnoch mal emails checken und mich dann zu einem weiteren feierabendbier aufmachen.

sehr virtuelle architektur

Samstag, 5. August 2006

faszinierend, die hotelkette starwood hotels baut in der virtuellen welt second life ein hotel, das laut markus breuer „erste Hotel in einer virtuellen Welt“. mehr dazu im blog virtualaloft und bei markus breuer.

brad pitt baut ein hotel?

Freitag, 8. Juli 2005


brad pit baut ein hotel in las vegas meldet page six (login bei bugmenot). angeblich zusammen mit george cloony, dem typen mit der komischen unterschrift. allerdings investieren die beiden keinen cent, sondern halten nur ihre gesichter und namen hin, investor ist rande gerber.

es heisst, brad pitt würde das hotel „entwerfen“. brad pitt der designer, der bekannte architekt?

unwahrscheinlich. aber pitt hat ein gutes architekturbüro an der hand, die mittlerweile recht bekannten deutschen architekten von graft. graft haben für brad pitt mittlerweile drei häuser gebaut. es kann natürlich sein, dass herr pitt bei der zusammenarbeit mit graft mittlerweile soviel gelernt hat, dass er jetzt allleine bauen kann. eher unwahrscheinlich, einerseits weil graft ausgewiesene spezailisten im hotelbau sind, andererseits ausgewiesene spezialisten für las vegas (stadtbauwelt 9/99, „las vegas — stillstand ist tod“, zu finden auf graftlab.com).

wilde spekulation also, aber ganz unwahrscheinlich ist das nicht, das demnächst deutsche architekten in las vegas bauen.

[via thesuperficial, bildquelle]


[english abstract]

brad pit will build a hotel in las vegas says page six (login at bugmenot). rumors say, he will build the hotel together with george cloony, the guy with the funny signature. both of them will not invest a dime, they will be the faces of the new place, rande gerber will be the investor.

it is said, brad pitt would be designing the hotel and casino. brad pitt the well known designer and architect?

improbable. but pitt has some pretty good architects at hands, the german architects graft. graft have built three house for pitt so far. it’s possible of course, that pitt has learned enough to built by himself. but thats improbable, too. on the one hand graft are pretty good at building hotels, on the other hand they did some pretty good thinking about las vegas (published in german in stadtbauwelt 9/99, „las vegas — stillstand ist tod“, you might find it in the flash desert at graftlab.com).

wild speculations of course, but worth thinking about, after becoming pope, now the germans will be building in las vegas.

[via thesuperficial, picture from flickr]

diagonal

Montag, 30. Mai 2005

diagonalen

retro-donald macht sich für rekonstruktion des alten world trade centers stark

Samstag, 21. Mai 2005


doanld trump, imobilien fuzzi aus new york und träger der besten frisur der welt, hat vorgestern auf einer pressekonferenz seine wunschvorstellung vom wiederaufbau des world trade centers in new york city vorgestellt: im prinzip eine exakte replika des zerstörten world trade centers, nur höher, stabiler und neuer. den entwurf des architekten daniel libeskind nannte trump „a piece of crap architecture“ (von der ftd freizügig übersetzt als „der größte Scheißhaufen an Architektur, den ich in meinem Leben je gesehen habe“).

abgesehen davon das der grösste scheisshaufen an architektur der unglaublich geschmacklose und aufschneiderische trump tower in new york ist (siehe bild oben), muss man herrn trump doch respekt zollen. er schafft es auf eine sehr komplexe materie eine ganz einfache antwort zu geben. typisch amerikanisch, pragmatisch und unglaublich wirkungsvoll. die presse auf der ganzen welt schenkt dem schreihals aufmerksamkeit und er legt geschickt den finger in offene wunden. denn die aktuellen pläne entsprechen schon lange nicht mehr libeskinds ursprünglichem entwurf. der bebauungsplan und die verdrehten flächen des freedom towers seien ideen von david childs, dem architekten den der „ground zero developer“ larry silverstein libeskind vor die nase gesetzt hatte. das schrieb libeskind, der von trump „eierkopf“ genannt wird, laut new york post in einem brief an trump.

tatsache aber bleibt, dass die planung schleppend voran geht und die behörden und die betreiber des world trade centers dem architekten soviele steine in den weg legen wie nur möglich. in dieser situation einen solchen entwurf vorzustellen, kann man schon fast genial nennen.

und jetzt legt george w. bush himself auch noch einen eigenen entwurf für den freedom tower vor. als wenn nicht schon alles kompliziert genug wäre.

[bildquelle: gothamist.com/deadprogrammer]