„Wenn man die Größe zuerst denkt, dann bleibt man garantiert immer klein.“

Montag, 8. Mai 2006

das wird ja hier bald ein „graft“-watchblog. aber letzte woche war mal wieder ein netter artikel über graft im tagesspiegel, da muss ich halt nochmal was zum thema schreiben und eine leseempfehlung aussprechen. erstaunlicherweise gings im artikel um mehr als den freund des hauses, brad pitt. grosse teile des artikels drehen sich um die arbeitsweise von graft, schön wird die essenz am ende des artikels zusammengefasst:

Bleibt noch der Bauherr als kreatives Potenzial. Aber was ist schon der Bauherr in der Architektur? Mies van der Rohe hatte seinen Mietern verboten, Gardinen aufzuhängen und Blumentöpfe in die Fenster zu stellen, weil sie sein gestalterisches Ganzes zerstören würden. Das halten sie nicht für nötig. „Wenn wir bei einem Auftraggeber nachher bemerken, dass der überall Gartenzwerge hinstellt, haben wir was falsch gemacht“, sagt Lars. „Dann hätten wir nämlich von Anfang an mit Gartenzwergen gearbeitet!“

Der spätere Bewohner des Hauses ist nicht die Bedrohung der Kunst, er ist ihr Komplize. Das unterscheidet sie in einer Branche, in der viele die Bewohner ihrer Häuser verachten, und glauben, diese müssten zu ästhetischen Prinzipien erst erzogen werden. Für die drei von „Graft“ ist es das größte Glück, einen Auftraggeber zu finden, der Ideen hat und sich was traut. (weiterlesen)

die jungs von graft sind besessen, oder netter ausgedrückt, voller leidenschaft für architektur. sie bauen nicht um für promis zu bauen, sie bauen nicht um berühmt zu werden oder sich den arsch golden zu verdienen, sie tun es weil es ihnen spass macht und weil sie es können. und sie können es unter anderem auch deshalb, weil sie sich hervorragend ergänzen. eigentlich arbeiten sie so, wei ein guter blogger auch arbeiten sollte: leidenschaft und freude am erschaffen von neuem:

Doch den Erfolg, sagt Wolfram Putz, dürfe man nie vom Erfolg her denken, und Größe nicht von Größe. „Wenn man die Größe zuerst denkt, dann bleibt man garantiert immer klein.“

die jungs werden noch ganz gross. ob mit oder ohne pitt.

brad pitt als architektur praktikant

Mittwoch, 22. März 2006

ich hatte ja mal vor einiger zeit rumspekuliert ob brad pitt zusammen mit den berliner architekten „graft“ und george cloony ein hotel in las vegas bauen könnte. vor zehn tagen erschien in der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein artikel mit dem titel „jammen mit brad pitt“ (ich les da immer „jammern mit brad pitt“). die FAS berichtete darin über die beziehnungen pitts mit dem architekturbüro graft. im titel stand

Das Architektenteam „Graft“ aus Berlin hat einen Hollywood-Star als freien Mitarbeiter. Die Boulevardpresse ist entsprechend begeistert.

naja, pitt als freien mitarbeiter kann diesem bild nach wohl auch frank gehry für sich beanspruchen. nichtsdestotrotz, pitt ist wohl extrem architektur-affin und kommt in letzter zeit ja regelmässig nach berlin, das „architektenteam graft“ besucht er anscheinend jedesmal. das führe zu „Fotografen und Kamerateams […] die auch das »Graft«-Büro belagerten“. selbst vor der ablichtung von plänen mit teleobjektiven von der kirche gegenüber scheuen die paparazzi nicht zurück: „Solche Fotos können einiges zunichtemachen“, sagte thomas willemeit der FAS. dass die pläne für ein casino in las vegas sein könnten, spekulierte, wie ich auch, die berliner morgenpost.

graft selbst hält dicht. eine anfrage von mir im juli 2005 blieb unbeantwortet, der faz sagte thomas willemeit offiziell nicht mehr, als daß man mit Pitt „kollaboriere“. der erfolg der projekte hänge auch davon ab, daß sie im entwurfsstadium vertraulich blieben. ein bisschen plaudert er aber doch aus dem nähkästchen:

„Brad interessiert sich extrem für die Dramatik von Räumen, weiß genau, wie man sich darin bewegt, und hat durch seine Erfahrung bei Dreharbeiten ein tolles Gespür für die Wirkung von Licht“, erzählt Willemeit. Nicht von ungefähr sei der Schauspieler mit Star-Architekten wie Rem Koolhaas oder Frank Gehry befreundet. Wenn die Musiker von „Graft“ mit dem Schauspieler Pitt über Architektur diskutieren, funktioniere das ähnlich wie bei einer „Jam-Session“, sagt Willemeit. Und so wurde aus dem Bauherren Pitt mit den Jahren nicht nur ein Freund, sondern auch eine Art fester freier Mitarbeiter. Pitts Ideen sind dabei selbst für die experimentierfreudigen „Graft“-Architekten gelegentlich eine Nummer zu groß: „Brad steuert manchmal ein gerüttelt Maß an Größenwahn bei“, schmunzelt Willemeit. Für den schöpferischen Prozeß sei eine gewisse Maßlosigkeit im Denken jedoch gerade nützlich, findet er: „Man muß nach den Sternen greifen, um wenigstens auf dem Gipfel anzukommen.“

brad pitt der architekt(ur praktikant)

Freitag, 7. Oktober 2005

brad pitt & frank gehry
brad pitt und frank gehry bauen ein architekturmodel. über pitts zweite karriere als architekt habe ix ja schon mal hier rumspekuliert. demnächst gibts sicher mehr zu spekulieren…

[via gravestmor]