hauptbahnhof soll gewölbe bekommen

Dienstag, 28. November 2006

wie bereits einmal hier erwäjnt klagt der architekt des berliner hauptbahnhofs, meinhard von gerkan, gegen die bahn die seiner ansicht nach die decke der unteren halle mit einer abgehängten decke verschandelt habe. gerkan hatte eien art gewölbedecke geplant, die die bahn gegen eine günstigere abgehängte decke ersetzte, gegen den willen des architekten. nun hat offenbar der architekt in einer instanz recht bekommen.

das handelsblatt schreibt:

Die Bahn bezifferte die Umbaukosten nach diesem Urteil auf rund 40 Mill. Euro. Es wären drei Jahre Bauzeit notwendig. Das Büro von Gerkans geht für den Umbau von Kosten von weniger als 20 Mill. Euro aus. Die Arbeiten würden den laufenden Betrieb nicht beeinträchtigen.

bilder von der gewölbedecke konnte ich so auf anhieb nicht finden, weder bei gmp noch sonstwo. ausser dem hier evtl.

gerkan klagt gegen bahn

Freitag, 22. Juli 2005

hauptbahnhof berlin
der „stararchitekt“ meinhard von gerkan, dessen büro von gerkan, marg und partner den berliner hauptbahnhof (aka lehrter stadtbahnhof) plante, klagt gegen seinen auftraggeber, die bahn. vor ein paar jahren habe die bahn das glasdach des bahnhofs um 100 meter verkürzt um kosten zu sparen und dann auch noch die gewölbeartige dachkonstruktion der unteren halle mit einer abgehängten decke versehen. die bahn habe mit der eingezogenen „08/15-Decke alles zunichte gemacht“.

gerkan hat offenbar die schnauze voll, verhandlungen seien nicht möglich gewesen und bahnchef hartmut mehdorn habe selbst den klageweg empfohlen:

Stellen Sie sich eine gotische Kathedrale mit ihren Gewölben vor. Wir hatten ebenfalls hohe Räume vorgesehen, die aus dem Bahnhof eine Kathedrale des Verkehrs gemacht hätten, mit einem ausgeklügelten Konzept indirekter Beleuchtung. Was jetzt passiert, ist so, als würden Sie im Kölner Dom eine Zwischendecke einziehen, mit einer 08/15-Konstruktion wie bei Aldi. Von dieser mutwilligen, nicht abgestimmten Verschandelung müssen wir uns mit dieser Klage deutlich distanzieren.

(berliner morgenpost)

mit seiner klage will der architekt einen baustopp und den rückbau der „08/15“ baumassnahmen der bahn erreichen.

ich mach mir da keine sorgen. sobald die ersten glasplatten von der decke aus der grandiosen, kathedralen-gleichen konstruktion fallen, wird der bahnhof eh gesperrt. auf immer und ewig.

mehr beim tagesspiegel, bei gerkan und marg und im interview der mopo und der welt.

[bildquelle]