brad pitt als architektur praktikant

Mittwoch, 22. März 2006

ich hatte ja mal vor einiger zeit rumspekuliert ob brad pitt zusammen mit den berliner architekten „graft“ und george cloony ein hotel in las vegas bauen könnte. vor zehn tagen erschien in der frankfurter allgemeinen sonntagszeitung ein artikel mit dem titel „jammen mit brad pitt“ (ich les da immer „jammern mit brad pitt“). die FAS berichtete darin über die beziehnungen pitts mit dem architekturbüro graft. im titel stand

Das Architektenteam „Graft“ aus Berlin hat einen Hollywood-Star als freien Mitarbeiter. Die Boulevardpresse ist entsprechend begeistert.

naja, pitt als freien mitarbeiter kann diesem bild nach wohl auch frank gehry für sich beanspruchen. nichtsdestotrotz, pitt ist wohl extrem architektur-affin und kommt in letzter zeit ja regelmässig nach berlin, das „architektenteam graft“ besucht er anscheinend jedesmal. das führe zu „Fotografen und Kamerateams […] die auch das »Graft«-Büro belagerten“. selbst vor der ablichtung von plänen mit teleobjektiven von der kirche gegenüber scheuen die paparazzi nicht zurück: „Solche Fotos können einiges zunichtemachen“, sagte thomas willemeit der FAS. dass die pläne für ein casino in las vegas sein könnten, spekulierte, wie ich auch, die berliner morgenpost.

graft selbst hält dicht. eine anfrage von mir im juli 2005 blieb unbeantwortet, der faz sagte thomas willemeit offiziell nicht mehr, als daß man mit Pitt „kollaboriere“. der erfolg der projekte hänge auch davon ab, daß sie im entwurfsstadium vertraulich blieben. ein bisschen plaudert er aber doch aus dem nähkästchen:

„Brad interessiert sich extrem für die Dramatik von Räumen, weiß genau, wie man sich darin bewegt, und hat durch seine Erfahrung bei Dreharbeiten ein tolles Gespür für die Wirkung von Licht“, erzählt Willemeit. Nicht von ungefähr sei der Schauspieler mit Star-Architekten wie Rem Koolhaas oder Frank Gehry befreundet. Wenn die Musiker von „Graft“ mit dem Schauspieler Pitt über Architektur diskutieren, funktioniere das ähnlich wie bei einer „Jam-Session“, sagt Willemeit. Und so wurde aus dem Bauherren Pitt mit den Jahren nicht nur ein Freund, sondern auch eine Art fester freier Mitarbeiter. Pitts Ideen sind dabei selbst für die experimentierfreudigen „Graft“-Architekten gelegentlich eine Nummer zu groß: „Brad steuert manchmal ein gerüttelt Maß an Größenwahn bei“, schmunzelt Willemeit. Für den schöpferischen Prozeß sei eine gewisse Maßlosigkeit im Denken jedoch gerade nützlich, findet er: „Man muß nach den Sternen greifen, um wenigstens auf dem Gipfel anzukommen.“